Eine kleine, feine, leise Idee von Martina Kuss und mir im Sommer 2024. Unternehmerinnen, Soloselbstständige und Frauen in Führungspositionen. Verbindung, Austausch, Symbiosen und vor allem das Gefühl, mit vielen Gedanken, Herausforderungen und Verantwortungen nicht alleine zu sein – Netzwerk.
Aus genau diesem Gedanken heraus entstand der Unternehmerinnenstammtisch. Das erste Treffen: eine kleine Runde Frauen im Café Kuss in Bad Camberg. Austausch, eine WhatsApp-Gruppe,Vorstellen der eigenen Arbeit, erste Gespräche, erste Verbindungen… heute sind wir über 200 Frauen aus der Region – mit einer Community, Instagram-Account, einer beeindruckenden Vortragsreihe und einer Homepage, die in Zukunft das Netzwerk auch sichtbar macht – mit Blogbeiträgen zu relevanten Themen und einem Newsletter. Und all das wäre so nie gewachsen, wenn Annette und Lea nicht mit vollem Tatendrang dazugestoßen wären – mit ihrem Engagement und ihren Kompetenzen.
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Mein Name ist Liv Matthiesen. Ich bin Illustratorin und Designerin, seit 17 Jahren selbstständig und seit acht Jahren mit meinem Atelier in der Limburger Altstadt vertreten. Meine Arbeit besteht darin, Geschichten zu erzählen, Visionen zu entwickeln und diese sichtbar zu machen. Gestaltung heißt für mich: Ordnung ins Komplexe bringen, Lösungen zu finden, Haltung zeigen und Dinge so zu formen, dass Menschen sich darin wiederfinden können. Vor allem meine Kundinnen – aber natürlich auch die Kunden meiner Kunden.
Gerade in Zeiten wie diesen habe ich gemerkt, dass Design und Gestaltung nicht nur für Produkte, Marken oder Projekte wichtig ist. Gestaltung beginnt viel früher. Sie betrifft eben auch die Frage, wie wir Gemeinschaft denken, wie wir miteinander umgehen wollen – und wie Zukunft aussehen kann.
In den letzten Monaten hat mich deshalb die Arbeit der Zukunftsforscherin Florence Gaub besonders inspiriert und bewegt. Sie sagt sinngemäß: Zukunft ist kein festgelegter Ort, auf den wir zusteuern – sie entsteht durch Entscheidungen im Jetzt. Wir schreiben nicht nur Geschichte, wir gestalten Zukunft aktiv mit.
Dieser Gedanke ist hoffnungsvoll, weil er Verantwortung und Gestaltungsspielraum zugleich bedeutet. Und genau das tun wir am Ende mit diesem Stammtisch, mit dieser Community: Wir gestalten Zukunft. Zukunft, indem wir Räume öffnen. Räume, in denen Begegnungen möglich sind. In denen Menschen sich austauschen, voneinander lernen und sich stärken.
Der Frauenstammtisch ist aus genau diesem Gedanken heraus entstanden. Aus der Frage: Was braucht es, damit wir uns nachhaltig verbinden können? Was braucht es, damit unterschiedliche Kompetenzen sichtbar werden und voneinander profitieren?
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Selbstständigkeit, Unternehmertum und Führungsverantwortung wirken nach außen häufig stark, klar und souverän. Dahinter stehen jedoch oft komplexe Lebensrealitäten: Entscheidungen treffen, organisieren, funktionieren, gestalten, Verantwortung tragen. Für Mitarbeitende, Familien, Kundinnen und Kunden, Projekte – und gleichzeitig auch für sich selbst.
Vielleicht entsteht genau deshalb eine besondere Kraft, wenn Frauen sich ehrlich begegnen. Wenn Austausch nicht nur Oberfläche bleibt, sondern Raum bekommt. Wenn Kompetenzen sichtbar werden. Wenn Erfahrungen geteilt werden dürfen. Wenn aus Gesprächen plötzlich Ideen, Kooperationen, Unterstützung oder echte Verbundenheit entstehen.
In einer Region wie unserer steckt unglaublich viel Wissen, Erfahrung, Kreativität und unternehmerische Kraft. Hier geht es um Verbundenheit– dabei entsteht so viel – sobald Menschen anfangen, sich gegenseitig sichtbar zu machen, voneinander zu lernen und sich mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten zu ergänzen.
Was dabei besonders berührt: Viele dieser Dinge entstehen mit einer großen Selbstverständlichkeit. Menschen bringen sich ein. Unterstützen. Teilen Kontakte, Wissen, Ideen oder Zeit. Nicht, weil sie müssen – sondern weil sie an Gemeinschaft glauben. An Miteinander statt Konkurrenzdenken. An echtem Interesse füreinander.
Gerade in so aufwühlenden Zeiten, in Zeiten der Spaltung… ist genau das vielleicht wichtiger denn je: Orte und Verbindungen zu schaffen, die Hoffnung machen. Nicht laut. Nicht zwangsläufig perfekt. Sondern ehrlich, offen und immer auch ein bisschen mutig.
Zukunft entsteht dort, wo Menschen sich verbinden, Verantwortung übernehmen und sich entscheiden, gemeinsam Teil von etwas zu sein. Deshalb an dieser Stelle ein ganz besonderes Danke an euch StadtLandFrauen – und vor allem an Annette und Lea! Ohne euch würden diese Worte hier so niemals stehen 🙂